Firmenlogo der Papierfabrik Adolf Jass GmbH & Co. KG
Die Papierfabrik Adolf Jass GmbH & Co. KG ist ein deutscher Hersteller von Wellpappenrohpapieren mit Sitz in Fulda (Hessen). Das Familienunternehmen zählt zu den führenden Anbietern von Recyclingpapieren in Europa und steht für Qualität, technologische Exzellenz und nachhaltiges Wirtschaften. Gegründet wurde das Unternehmen von Adolf Jass, der bereits früh die Weichen für eine ressourcenschonende Papierproduktion stellte. Unter der heutigen geschäftsführenden Gesellschafterin Dr. Marietta Jass-Teichmann wird diese unternehmerische Ausrichtung fortgeführt und konsequent weiterentwickelt.[1][2][3]
Geschichte[]
Die Wurzeln der Papierfabrik Adolf Jass GmbH & Co. KG reichen in das Jahr 1960 zurück. Damals gründete der Diplom-Volkswirt Adolf Jass im niedersächsischen Gronau an der Leine ein Unternehmen zur Herstellung von Wellpappenrohpapieren. Mit der ersten installierten Papiermaschine produzierte er anfangs rund ein Dutzend Tonnen Papier pro Tag – vollständig auf Basis von Altpapier. Schon zu dieser Zeit setzte Jass konsequent auf Recycling und legte damit den Grundstein für eine Produktion im geschlossenen Stoffkreislauf – ein Prinzip, das dem heutigen Konzept der Kreislaufwirtschaft entspricht.
Bereits wenige Jahre später erfolgte eine umfassende Modernisierung der Produktionsanlagen. Mitte der 1960er Jahre wurde die Kapazität auf etwa 20.000 Tonnen pro Jahr erhöht, was das Unternehmen zu einem der
leistungsfähigeren Hersteller seiner Zeit machte. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Technik und der konsequente Fokus auf Ressourceneffizienz prägten von Anfang an den unternehmerischen Stil von Adolf Jass.
Mit dem Aufbau eines zweiten Produktionsstandorts in Fulda (Hessen) im Jahr 1970 begann die Expansion des Familienunternehmens. Hier wurde eine neue Papiermaschine in Betrieb genommen, ergänzt um eine eigene Abwasserreinigungsanlage und ein Kraftwerk zur Energieversorgung. Durch diese Investition erreichte die jährliche Gesamtproduktion beider Standorte rund 80.000 Tonnen. In Fulda begann zudem die Fertigung einer neuen Generation hochwertiger Wellpappenrohpapiere, die das Qualitätsniveau des Unternehmens nachhaltig prägte.
Die 1980er Jahre standen im Zeichen des technischen Ausbaus. 1981 wurde am Standort Fulda eine weitere Papiermaschine in Betrieb genommen, wodurch die Produktionskapazität erheblich anstieg. Beide Maschinen in Fulda wurden in den Folgejahren kontinuierlich modernisiert und mit innovativer Steuerungs- und Messtechnik ausgestattet. Die jährliche Produktion stieg sukzessive auf rund eine halbe Million Tonnen an. Nach einem schweren Brand musste der ursprüngliche Standort in Gronau im Jahr 1990 stillgelegt werden – der Betrieb in Fulda blieb das industrielle Herzstück der Gruppe.
In den Jahren 2004/2005 folgte ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: Mit der Errichtung eines neuen Werkes im thüringischen Rudolstadt-Schwarza erweiterte Jass seine Produktionsbasis erheblich. Die hochmoderne Anlage setzt internationale Maßstäbe in Energieeffizienz in der Anlagentechnologie und fokussiert sich auf die Herstellung leichtgewichtiger Wellpappenrohpapierqualitäten. Bei der Inbetriebnahme wurde ein Weltrekord aufgestellt: Das Anfahrteam erreichte eine Geschwindigkeit von über 1.100 m/min – ein Beleg für die technische Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
Durch die Kombination der beiden Standorte Fulda und Schwarza verfügt die Papierfabrik Jass heute über eine Gesamtkapazität von mehr als einer Million Tonnen Wellpappenrohpapier pro Jahr.[4][5][6]
Heutige Unternehmensstruktur und Standorte[]
Die Jass-Gruppe betreibt zwei moderne Produktionsstandorte in Fulda (Hessen) und Rudolstadt-Schwarza (Thüringen), ergänzt durch das Wellpappenformatwerk im polnischen Dąbrowa Górnicza, das 2022 mit einer hochautomatisierten Anlage in Betrieb genommen wurde. Die Werke sind technologisch auf dem neuesten Stand und spezialisiert auf die Herstellung von Wellpappenrohpapieren aus 100% Altpapier, während der polnische Standort die Weiterverarbeitung zu Wellpappenformaten in einer wirtschaftlich strategisch gelegenen Region übernimmt.
Mit einer jährlichen Gesamtkapazität von über einer Million Tonnen zählt die Unternehmensgruppe zu den leistungsstarken Produzenten ihrer Branche in Europa; alle Standorte zeichnen sich durch energieeffiziente Prozesse und weitgehend geschlossene Wasserkreisläufe aus.
Die Jass-Gruppe beschäftigt rund 800 Mitarbeitende.
Dr. Marietta Jass-Teichmann, geschäftsführende Gesellschafterin der Jass-Gruppe
Leitung[]
Dr. Marietta Jass-Teichmann ist geschäftsführende Gesellschafterin der Papierfabrik Adolf Jass GmbH & Co. KG. Sie steht für eine moderne, verantwortungsbewusste Führung und verbindet unternehmerische Beständigkeit mit strategischem Innovationsgeist. Unter ihrer Führung ist die Unternehmensgruppe weiter gewachsen und gilt als feste Größe in der europäischen Papierindustrie.[3]
Produkte und Märkte[]
Die Papierfabrik Adolf Jass produziert Wellpappenrohpapier auf Recyclingbasis, das in der Verpackungsindustrie als Ausgangsmaterial für Wellpappe dient. Zum Produktportfolio zählen:
- Testliner für die Außenschichten von Wellpappe
- Wellenpapiere (Fluting) für die Mittellagen
- Spezialpapiere mit individuellen technischen Eigenschaften
Als Rohstoff dient Altpapier, das in eigenen Aufbereitungsanlagen gereinigt und wiederverwertet wird. Die Produkte werden an Kunden in ganz Europa geliefert und gelten als Synonym für Qualität und Nachhaltigkeit.[1][4][5]
Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit[]
Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft gehört seit den Anfangsjahren zum Selbstverständnis der Papierfabrik. Schon Adolf Jass setzte auf geschlossene Stoffkreisläufe und Ressourceneffizienz – lange bevor Nachhaltigkeit zu einem zentralen Thema der Industrie wurde.
Unter Dr. Marietta Jass-Teichmann wurde dieses Prinzip technologisch und organisatorisch weiterentwickelt. Heute basiert die gesamte Produktion auf einem ganzheitlichen Recyclingkonzept:
- Altpapier wird als Rohstoff eingesetzt.
- Prozesswasser wird mehrfach verwendet und intern aufbereitet.
- Energie wird durch moderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen effizient erzeugt.
Forschung und Innovation[]
Forschung und Entwicklung nehmen in der Unternehmensstrategie einen hohen Stellenwert ein. Aufbauend auf dem technischen Pioniergeist des Gründers investiert die Unternehmensgruppe heute verstärkt in Digitalisierung, Automatisierung und Materialeffizienz.
Unter der Leitung von Dr. Marietta Jass-Teichmann werden neue Verfahren zur weiteren Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs eingesetzt. Dabei arbeitet das Unternehmen mit Forschungseinrichtungen und Industriepartnern zusammen, um nachhaltige Lösungen im Produktionsprozess zu etablieren.[7]
Soziale Verantwortung[]
Die Papierfabrik Adolf Jass GmbH & Co. KG versteht sich als verantwortungsbewusstes Familienunternehmen mit starker regionaler Bindung. Sie engagiert sich in der Ausbildung junger Fachkräfte und in sozialen Projekten. Diese Haltung geht auf das Selbstverständnis des Gründers zurück und wird durch Dr. Marietta Jass-Teichmann in einer modernen, gesellschaftlich orientierten Unternehmensführung fortgeführt. Werte wie Kontinuität, Fairness und Vertrauen prägen sowohl die internen Strukturen als auch die Beziehungen zu Kunden und Partnern.[7]
Bedeutung und Position in der Branche[]
Die Papierfabrik Adolf Jass GmbH & Co. KG zählt heute zu den führenden Produzenten von Recycling-Wellpappenrohpapieren in Europa. Das Unternehmen steht für den erfolgreichen Zusammenschluss von Tradition und Zukunftsorientierung: Die Grundideen von Adolf Jass – Qualität, technologische Innovation und Kreislaufdenken – bilden nach wie vor das Fundament, auf dem Dr. Marietta Jass-Teichmann die Unternehmensgruppe weiterentwickelt.
Einzelnachweise[]
- ↑ 1,0 1,1 Jass-Gruppe - Unternehmenswebseite
- ↑ Interview mit Dr. Marietta Jass-Teichmann – jass.com
- ↑ 3,0 3,1 Profil Dr. Marietta Jass-Teichmann – Die Deutsche Wirtschaft
- ↑ 4,0 4,1 Historie – Jass-Gruppe
- ↑ 5,0 5,1 Standorte – Jass-Gruppe
- ↑ Recyclingportal.eu - Branchenmeldung
- ↑ 7,0 7,1 Aktuelles – Jass-Gruppe