Roger Klüh in Kuba, 2015

Roger Anthony Cassius Klüh ist ein ehemaliger Eishockey-Profi sowie deutscher Unternehmer und erlangte außerdem als Rennfahrer internationale Berühmtheit, als er am 1. August 2015 mit dem Speedboat „Apache Star“ einen Weltrekord aufstellte. Innerhalb von 90 Minuten legte er die 110-Meilen-Seestrecke von Key West in Florida (USA) nach Havanna (Kuba) zurück. Roger Klüh wurde am 31. Juli 1965 in Hilden, Nordrhein-Westfalen, geboren und lebt in Düsseldorf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vater von Roger Klüh ist der erfolgreiche Dienstleistungs-Unternehmer Josef Klüh (*28. Januar 1942 in Düsseldorf), seine Mutter heißt Ingrid. Gemeinsam mit zwei Geschwistern wuchs er in Düsseldorf auf.

Früh wurde sein Talent für das Eishockeyspielen entdeckt. Im Alter von 15 Jahren wechselte Klüh 1980 in den Profi-Sport und spielte fortan in dem U18-Kader der Düsseldorfer EG. Während seiner aktiven Zeit wechselte er unter anderem in die U20- sowie in die 1. Mannschaft des Düsseldorfer Eishockey-Vereins bis ihn mit 23 Jahren eine schwere Knieverletzung während des internationalen Turniers Spengler Cup in Davos, Schweiz, zum vorzeitigen Ende seiner aufstrebenden Sportkarriere zwang.

Nach dem Ausstieg aus dem aktiven Eishockeysport in der Saison 1986/87 studierte Roger Klüh Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule Düsseldorf und stieg anschließend in das väterliche Familienunternehmen Klüh Service Management GmbH ein. Hier war er bis 2008 Geschäftsführer für die Industrie und Hotellerie. Seit Februar 2009 hat Klüh den Posten der Geschäftsführung für die Klüh Beteiligungs GmbH inne.[1]

Roger Klüh hat zwei Söhne, Anthony (*21. Oktober 1993 in Lille, Frankreich) und Jeffrey (*11. Mai 2000 in St. Tropez, Frankreich) und ist seit 2019 mit der deutschen Jessica Frühbrodt verlobt.[2]

Weltrekord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Apache Star" bei der Ankunft in der Kuba

Sein Vater prägte auch sehr früh die Begeisterung für den Bootssport bei Roger Klüh. Es entwickelte sich bei ihm schnell eine ausgeprägte Leidenschaft, so dass er sich bereits in jungen Jahren größtenteils an der Küste Floridas (USA) aufhielt. Dadurch eignete er sich über Jahrzehnte die Fähigkeit an, einen der gefährlichsten Motorrennsportarten der Welt zu betreiben.

Nachdem Klüh Anfang 2012 das ehemalige Weltmeister-Schnellboot „Apache Heritage“ erworben hatte, ließ er es in Florida zwei Jahre lang umfangreich auf 2.700 PS und 200 km/h Höchstgeschwindigkeit aufrüsten und taufte es in „Apache Star“ um.[3] Roger Klüh plante eine Überfahrt von den USA nach Kuba, um die beiden Staaten, dessen Verhältnis seit dem Embargo von 1959 angespannt ist, auch im übertragenen Sinne miteinander zu verbinden.[4] Hierzu beantragte er auf amerikanischer Seite eine Genehmigung für die Überfahrt und kontaktierte über seine Anwälte Kuba.

Schließlich wurde sein zweiter Antrag aufgrund der positiven Entwicklungen mit Kuba im Dezember 2014 von US-Präsident Barack Obama persönlich genehmigt

Der Startschuss für den Weltrekord fiel am 1. August 2015 um 10:00 Uhr trotz komplizierter Wetterbedingungen. Roger Klüh hatte mit 3 Meter hohen Wellen und einer Windgeschwindigkeit von bis zu 35 Knoten zu kämpfen.[5] Hinzu kam bereits nach kurzer Zeit ein Schaden am zweiten Antrieb aufgrund von Treibgut, so dass die Fahrt für 15 Minuten unterbrochen werden musste. Auch russische Störsender vor der kubanischen Küste stellten Klüh vor eine besondere Herausforderung, da sie das Navigationssystem der „Apache Star“ blockierten. Trotz der Komplikationen erreichte Roger Klüh nach rekordhaften 90 Minuten den Hafen von Havanna und wurde von über 20.000 jubelnden Kubanern empfangen.

Sein Weltrekord ging für die USA und vor allem für Kuba in die Geschichte der Völkerverständigung ein.

Gemäß den Auflagen für den Weltrekord hätte Roger Klüh die „Apache Star“ im Anschluss umgehend aus dem havannischen Hafen abtransportieren müssen. Wegen der schweren Beschädigungen gestaltete sich allerdings die Überführung in die USA als sehr kompliziert. Dennoch warfen die amerikanischen Behörden Klüh einen Embargoverstoß vor und drohten ihm mit einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren und einem Bußgeld in Millionenhöhe. Dieser Aufforderung konnte er aufgrund erschwerter Logistikbestimmungen schließlich im Januar 2017 nachkommen und es blieb bei einer Verwarnung.[6]

Unternehmertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roger Klüh gilt lokal bis international als Botschafter des Speedboat-Sports. So engagierte ihn im Jahre 2019 eine namhafte deutsche Speedboat-Firma,  mit ausgewählten Gästen eines Events im Düsseldorfer Medienhafen sowie mit dem Oberbürgermeister der Stadt, Thomas Geisel, sein Können auf dem Wasser zu demonstrieren.[7]
  • Im November 2018 war die „Apache Star“ Teil des Musikvideos der Sängerin Miss Tara für den Titelsong zu dem Hollywood-Film Speed Kills mit John Travolta.[8]
  • Die Marken- und Bildrechte für die „Apache Star“ liegen bei Roger Klüh.[9]
  • Seit Anfang 2020 schreibt Klüh sein erstes Buch über die Erlebnisse während des Weltrekords.

Engagements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roger Klüh ist seit der Gründung aktives Mitglied der Klüh Stiftung zur Förderung der Innovation in Wissenschaft und Forschung, die anlässlich des 75. Firmenjubiläums im Jahr 1986 hervorgerufen wurde. Die Stiftung unterstützt in den letzten Jahren vor allem ein breites Spektrum an medizinischen Forschungen.[10]
  • Im Jahr 2018 stiftete Klüh eine Fahrt in seinem Speedboat „Apache Star“, die im Rahmen der Dolphin Aid e.V.-Gala zugunsten von heil- und sonderpädagogischem Bedarf für Kinder mit Behinderung versteigert wurde.[11]
  • Roger Klüh engagiert sich ehrenamtlich für Kinder aus Kriegsgebieten, die in Deutschland medizinisch lebensnotwendige Operationen erhalten.[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Saison 1982/83 wurde Klüh im Rahmen seiner Eishockey Karriere in der Position des Verteidigers Deutscher Junioren-Meister.[13]
  • Für seine Leistungen im Rahmen des Weltrekords erhielt Klüh Anfang 2016 von Raúl Castro die höchste Auszeichnung, den José-Martí-Orden, und war Gast bei der Beerdigung von Fidel Castro.[14]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1] https://www.northdata.de/Kl%C3%BCh+Beteiligungs+GmbH,+D%C3%BCsseldorf/HRB+3462

[2] https://www.pressreader.com/germany/rheinische-post/20191209/282256667371820

[3] https://www.djournal.de/2015-roger-klueh

[4] https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/rennboot-rekord-fuer-den-dialog-usa-kuba_aid-29120039

[5] https://www.bild.de/regional/duesseldorf/guinness-rekorde/erreicht-roger-klueh-schafft-ueberfahrt-42029586.bild.html

[6] https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/apache-star-von-roger-klueh-verlaesst-kuba_aid-19101831

[7] https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtgespraech/duesseldorf-roger-klueh-schippert-durch-den-medienhafen_aid-45026075

[8] https://www.youtube.com/watch?v=j8Lea1o5S18

[9] https://tm.kurzy.cz/roger-kluh/apache-star-501-pz10631174o.htm

[10] https://www.klueh.de/de/Klueh-Stiftung.htm

[11] https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/gala-von-dolphin-aid-im-interconti-in-duesseldorf_aid-34703905

[12] https://www.lokalkompass.de/oberhausen/c-kultur/abenteurer-im-friedensdorf_a1040007

[13] https://www.rodi-db.de/player.php?id=17492

[14] https://www.shots.media/travel/2020/roger-klueh-und-sein-ganz-besonderer-speedboot-weltrekord/60244

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